Vor einem Jahr verstarb Country-Star Merle Haggard

Der Country-Pionier ist am 06. April 2016 für immer von uns gegangen.

Seine Musik wird uns immer in Erinnerung bleiben.

Merle Haggard

Merle Haggard, der bekannte Country Sänger („Okie from Muskogee“) verstarb am 06. April 2016, genau an seinem Geburtstag an den Folgen einer Lungenentzündung. Er wurde 79 Jahre alt.

Er kam am 06. April 1937 in Bakersfield (Kalifornien) zur Welt. Er verstarb genau an seinem 79. Geburtstag in Palo Cedro (Kalifornien).


Der Beginn:

Mit zwölf Jahren brachte er sich selbst das Gitarrespielen bei. Er begann mit dem Nachspielen von Stücken Bob Wills’ und Hank Williams’, später begeisterte er sich für die Musik von Lefty Frizzell. Mehrere Jahre lang spielte er fast ausnahmslos Frizells Songs und adaptierte nach und nach dessen Stil.


Der erste bezahlte Auftritt:

Seine ersten bezahlten Auftritte hatte er 1951 in Modesto. Zusammen mit einem Freund spielte er für fünf Dollar am Abend. Er schlug er sich mit kleineren Jobs durch. Er war unter anderem Koch und Lastwagenfahrer, und er machte Musik. 1953 gab sein Idol Lefty Frizzell ein Konzert in Bakersfield. Merle schaffte es, ihm einige Songs vorzuspielen. Frizell war so beeindruckt, dass Haggard an diesem Abend gemeinsam mit ihm auftreten durfte.


Merle Haggard im Gefängnis:

1957 wurde Haggard bei einem Einbruch erwischt und verbrachte die folgenden drei Jahre im Gefängnis San Quentin, wo er unter anderem den in der Todeszelle auf seine Hinrichtung wartenden Caryl Chessman kennenlernte. Dort sah er am 1. Januar 1958 Johnny Cash bei einem Konzert für die Insassen des Zuchthauses live auf der Bühne – es war das erste Gefängnis-Konzert von Cash überhaupt. Beeindruckt von Cash und seiner Musik startete Haggard im Anschluss an die Haftstrafe seine Musikerkarriere.


Die ersten Erfolge:

1960 auf Bewährung entlassen, schloss sich Haggard der Country-Szene von Bakersfield an, die während seiner Haft enorm an Bedeutung gewonnen hatte. Aufstrebender Star war Buck Owens, der den Bakersfield Sound prägte. Haggard spielte als Ersatzmann im Lucky Spot Club. Dort freundete er sich mit Fuzzy Owen an, der später sein Manager werden sollte. Owen besaß eine kleine Plattenfirma. Haggard spielte die Eigenkomposition „Skid Row“ ein, die auf der B-Seite von Owens „Singin’ My Heart out“ veröffentlicht wurde. Es wurden insgesamt 200 Singles gepresst.

1962 fuhr Haggard nach Las Vegas, um eine Vorstellung von Wynn Stewart zu besuchen. Er hatte die Gelegenheit, ein paar Songs vorzutragen, woraufhin Stewart ihn in seine Band aufnahm. Kurz darauf bat Haggard Stewart, dessen Neukomposition „Sing a Sad Song“ selbst aufnehmen zu dürfen.

Sie wurde Haggards zweite Single, wieder produziert von Fuzzy Owen, und sie wurde ein Top-Twenty-Hit, der Haggard in der Country-Szene von Bakersfield etablierte. Es folgten weitere Platten, die sich zunehmend besser verkauften.

1965 stellte er eine eigene Band zusammen: The Strangers. Mitglied der Band war der Gitarrist Roy Nichols, der als einer der bedeutsamsten Musiker des Bakersfield Sounds gilt. Seinen ersten Nummer-1-Hit hatte Haggard 1966 mit „The Fugitive“. 1967 erreichte er viermal hintereinander die Spitze der Country-Charts, mit dem autobiographischen „Mama Tried“ stand er 1968 vier Wochen an der Spitze der Country-Charts.


Okie from Muskogee:

1969 schrieb Haggard den Song „Okie from Muskogee“. Der Legende nach fuhr die Band während einer Tournee durch den kleinen Ort Muskogee in Oklahoma und es wurden ein paar Witze über den Namen gerissen. Daraus entstand ein Song, in dem ein Okie, also ein ländlicher, weißer, armer US-Amerikaner aus Oklahoma mit geringer Bildung, über die langhaarigen Hippies herzieht, die Haschisch und LSD konsumieren, und ihnen die Werte des konservativen Südstaatenamerikaners entgegenstellt. In der Zeit der Anti-Vietnamproteste und des gesellschaftlichen Umbruchs hatte Haggard genau den Nerv der Konservativen getroffen, indem er die Gefühle der Menschen wiedergab, die sich nicht mit der aktuellen Entwicklung identifizierten, sondern von ihr irritiert oder abgestoßen waren.

Bevor der Song im Studio eingespielt wurde, trugen ihn Merle und seine Band in einem Konzert in Fort Bragg vor. Die GIs tobten vor Begeisterung. Merle Haggard sagte später, er habe in diesem Moment gespürt, dass dieser Song etwas Besonderes sei, und dass er zum ersten Mal sein Publikum wirklich erreichte.

Der Song polarisierte entsprechend stark: Während die Liberalen Haggard Verrat vorwarfen, waren konservative Kreise von dem Song begeistert, Richard Nixon wurde angeblich über Nacht sein Fan. Haggard sagte in Interviews mehrfach, der Song sei eigentlich ironisch gemeint gewesen. „Okie from Muskogee“ wurde nicht zuletzt wegen seiner eingängigen Melodie zum Hit, und Merle Haggard über die Country-Gemeinde hinaus zu einem Begriff.


Die weitere Karriere:

Die erste Single nach „Okie From Muskogee“, „The Fighting Side of Me“, schlug textlich in dieselbe Kerbe wie der Vorgängersong: Darin kritisierte er die Gegner des Vietnamkriegs und sprach ihnen den Patriotismus ab. Der Song schaffte es ebenfalls an die Spitze der Charts.

Die Erfolge hielten an bis Mitte der 80er Jahre. Seine größten Hits waren „If We Make It Through December“ (1973) und sein Duett mit Willie Nelson, bei dem sie 1985 Townes Van Zandts „Pancho and Lefty“ interpretierten. Insgesamt hatte Haggard in seiner Karriere 38 Nummer-1-Hits – seinen letzten 1987: „Twinkle, Twinkle Lucky Star“. 1994 tauchte er zu Lebzeiten das letzte Mal mit „In My Next Life“ in der Country-Hitparade auf. Im selben Jahr wurde er in die Country Music Hall of Fame aufgenommen.


Operation im Jahr 2008:

Im November 2008 musste Merle Haggard sich einer Operation unterziehen, da Ärzte im März desselben Jahres einen bösartigen Tumor in seiner Lunge entdeckt hatten und diesen entfernen mussten. Anfang 2010 unterschrieb Haggard einen neuen Plattenvertrag bei Vanguard Records, wo im Oktober 2011 sein Album Working In Tennessee erschien.


„Django and Jimmie“ – das Album mit Willie Nelson:

2015 nahm er zusammen mit Willie Nelson das Album „Django and Jimmie“ auf und zeigte damit, dass man auch mit höherem Alter nicht zum alten Eisen gehört.


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