Paul Würges, der „deutsche Bill Haley“ ist tot

Paul Würges - Foto Heinz Hoffmann
Paul Würges - Foto Heinz Hoffmann

Er war der deutsche Bill Haley, Münchens berühmtester Rock’n’Roller.

Jetzt ist der Musiker Paul Würges im Alter von 85 Jahren am 30. November 2017 gestorben.

Paul Würges - Foto Heinz Hoffmann

Paul Würges wurde am 13. März 1932 in München geboren. Er verstarb am 30. November 2017 in seiner Schwabinger Wohnung.

Schon länger hatte der beliebte Musiker mit einer Nervenkrankheit zu kämpfen. „Am Donnerstagabend blieb dann plötzlich sein Herz stehen“, erzählt Pauls Freund Schorsch Angerer von der Münchner Partyband Cagey Strings. „Es kam sofort der Notarzt – aber es war zu spät.“


Als Bavarian Playboys in Münchner Clubs:

Der im Münchener Stadtteil Berg am Laim geborene Paul Würges lernte seine ersten Gitarrengriffe nach Ende des Zweiten Weltkrieges beim Wanderverein Naturfreunde.

1949 schloss Würges eine Malerlehre ab. Zur gleichen Zeit trat er bereits mit Alex Bauer (Akkordeon) und Fritz Kolb (Bass) unter dem Namen Bavarian Playboys in verschiedenen Clubs im Münchner Raum auf. Bis Mitte der 1950er Jahre bestand das Programm der Formation, die vor allem amerikanische Soldaten unterhielt, aus Hillbilly- und Country-Musik.


Aus der Moonglow Combo wurden die Rocking Allstars:

Danach wurde die Formation immer stärker vom Rock ’n’ Roll beeinflusst und Paul Würges formierte die Moonglow Combo, die 1957 endgültig in Rocking Allstars umbenannt wurde.

Als „deutscher Bill Haley“ trat er im November 1956 zweimal in der ausverkauften Kongresshalle des Deutschen Museums auf. Würges, der sich schnell einen Namen als einer der besten E-Gitarristen Deutschlands gemacht hat, arbeitete jetzt mit Profimusikern wie Ambros Seelos zusammen. Es folgten Tourneen in die Schweiz sowie nach Österreich und Polen. Anfang 1957 sang Würges in der Filmkomödie Gruß und Kuß vom Tegernsee den Titel “Black Boy Jacky”, der wenig später bei Decca als seine erste Single erschien.


Neuer Plattenvertrag mit Ariola:

Neben zahlreichen Konzerten trat Würges mehrmals im österreichischen Fernsehen sowie im Film Witwer mit fünf Töchtern (1957) auf. 1959 unterzeichnete Würges einen neuen Plattenvertrag bei der erst ein Jahr bestehenden Ariola. Diese veröffentlichte von Würges deutschsprachigen Rock ‘n’ Roll und Instrumentals. Es handelt sich zumeist um Coverversionen amerikanischer Hits. Obwohl Kritiker seinen Aufnahmen mehr Qualität als denen von Peter Kraus oder Ted Herold bescheinigen, gelang Würges kein großer Hit. Einige Titel avancierten dennoch zu Achtungserfolgen, wie etwa die in Stockholm aufgenommenen Eigenkompositionen “Honky Tonk” und “Paul’s Boogie”. In Schweden war Würges auch als Gitarrist des schwedischen Sängers Little Gerhard engagiert. Anschließend folgten Europa-Tourneen mit den Orchestern von Max Greger und Ernst Jäger.


Auftritt bei den Olympischen Winterspielen in Innsbruck:

Zwischendurch nahm Paul Würges weiterhin Schallplatten auf. Ab 1962 gehörten auch Modetänze wie Twist, Madison und Hully Gully zu seinem Programm. Anfang 1964 trat Paul Würges anlässlich der Olympischen Winterspiele in Innsbruck auf. Der Titel “Olympic Nights”, der bereits vorab als Single erschien, wurde ein großer Live-Erfolg. Außerdem nahm Würges mit einer Studioformation unter dem Namen The Thunderbirds ein Album auf, das 12 instrumentale Titel umfasste. Als Musiker begleitete er namhafte Gesangsinterpreten wie Paul Anka, Chubby Checker, Billy Sanders oder Tony Sheridan.


Pseudonym Jeff Jackson & his Explorers:

Als Mitte der 1960er Jahre der Rock ’n’ Roll von der nunmehr populären Beatmusik abgelöst wurde, zeigte Würges sich auch diesem Trend gegenüber aufgeschlossen. Mehrere Aufnahmen von Würges wurden unter dem Pseudonym Jeff Jackson & his Explorers auf dem Label Metronome International vertrieben. Daneben wirkte er bei Aufnahmen für Kaufhaus- und Billiglabel mit.

Paul Würges ist bis März 2017 mit seinen Rocking Allstars regelmäßig aufgetreten.

Am 30. November 2017 verstarb Paul Würges im Alter von 85 Jahren.


Paul Würges - Foto Heinz Hoffmann
Paul Würges – Foto Heinz Hoffmann

Quelle: Wikipedia

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